Apis meliffera mellifera

Die Dunkle Europäische Honigbiene - Bedrohtes Wildtier und Kulturerbe zugleich

 

Wer kennt nicht das Einstein zugeschriebene Zitat „Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch“.  Anwalt der Bienen ist längst nicht mehr nur der erwerbsorientierte Imker, sondern häufig auch der ökologisch bewusste Kleingärtner oder der Naturfreund von nebenan. Was vielen bei ihrem Engagement für die Bienen allerdings nicht bewusst ist: All die Maßnahmen fördern eine Biene, die ursprünglich in Deutschland nicht heimisch war. Die eigentliche heimische Biene, die Dunkle Europäische Honigbiene (Apis mellifera mellifera), wurde bereits vor über hundert Jahren in Deutschland gezielt ausgerottet. Wie kam es dazu?

 

Ein Blick zurück

Man kann davon ausgehen, dass während der letzten Eiszeit nördlich der Alpen keine Honigbienen leben konnten, es gab keine Waldungen, die die Lebensgrundlage der ursprünglich in hohlen Bäumen hausenden, sich von Blüten und Honigtau ernährenden Insekten darstellten. Vor etwa 8.000 Jahren begann sich dann das Klima zu erwärmen. Mit der Erwärmung wanderten die Wälder nach Norden und Osten. Und mit den Wäldern wanderte eine Bienenunterart: die Dunkle Honigbiene. Nur dieser (natürlichen) Bienenrasse gelang es, ihr Verbreitungsgebiet von den Pyrenäen im Westen, bis zum Ural im Osten und bis nach Südskandinavien im Norden auszudehnen. Keine andere natürlich entstandene Bienenrasse schaffte es, ein solch großes Verbreitungsgebiet zu erobern, keiner ist es gelungen, soweit nach Norden vorzudringen.

Verbreitung um1850

Nach der letzten Eiszeit besiedelte die Dunkle Biene das ganze Gebiet nördlich der Alpen von den Pyrenäen bis zum Ural. Sie hat sich während einer langen Besiedlungsgeschichte sehr unterschiedlichen Klima- und Trachtgebieten angepasst. lm Laufe der Zeit entstanden ortstypische Stämme, wie z. B. die Heidebiene (A. m. m. lehzeni) in Norddeutschland und die Waldbiene (A. m. m. silvarum) von Polen bis zum Ural. In der Schweiz entstand die Alpenbiene, (A. m. m. nigra). Auswanderer nahmen dunkle Bienen in sämtlichen gemäßigten Zonen der neuen Welt mit. Damit erreichte die Dunkle Biene um 1850 ihre grösste Verbreitung. (Quelle Bild und Text: mellifera.ch)

Somit war die Dunkle Biene lange Zeit die im Gebiet des heutigen Deutschlands einzige automome Bienenrasse. Sie konnte sich über Jahrtausende auf natürlichem Wege perfekt an das hier herrschende Klima anpassen. Große Kälteresistenz, ausgeprägte Flugkraft auch bei windigem Wetter sowie die Fähigkeit, den Brutzyklus schnell den jeweiligen Trachtverhältnissen anpassen zu können, sind beispielsweise Eigenschaften, die aus dieser Anpassung resultieren. Die Dunkle Biene war dann logischerweise auch die Bienenrasse, mit der die Anfänge der Imkerei in Deutschland begannen, zunächst als Waldbienenzucht (Zeidelwesen), danach auch als Hausbienenzucht – regional unterschiedlich – in Klotzbeuten oder Stroh- bzw. Weidenkörben. Diese Situation bestand bis Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Nach ca. 1850 gab es dann entscheidende Veränderungen in der Landwirtschaft; auch in der Imkerei wurden betriebstechnisch neue Wege gegangen. Mit diesen – durchaus primär gewinnorientierten – Veränderungen einhergehend begann die Suche nach der „optimalen Biene“, d.h. nach einer Biene, die bei leichter Bearbeitbarkeit maximale Honigerträge versprach. Die an die alten Betriebsweisen angepasste heimische Dunkle Biene wurde dafür als ungeeignet angesehen. Der Mühe der züchterischen Bearbeitung wollte man sich offenbar nicht unterziehen, also blieb nur das Experimentieren mit Bienenrassen anderer Regionen (z.B. der Apis mellifera ligustica oder der Apis mellifera carnica) bzw. die Schaffung von Hybridrassen (Bruder Adams Buckfast). Lange Rede – kurzer Sinn: All dies führte letztendlich dazu, dass die in Verruf geratene heimische Dunkle Biene bis Mitte des 20. Jahrhunderts vermittels gezielter Verdrängungszucht in Deutschland ganz bewusst und vollständig ausgerottet wurde. Bis vor wenigen Jahren wurde der Eindruck aufrechterhalten, dass die Dunkle Biene unwiederbringlich verloren sei. Glücklicherweise ist dem nicht so.

 

Ein Blick nach vorn

An den Rändern Europas haben sich bis heute nachweislich reine Bestände der Apis mellifera mellifera erhalten. Dazu gehören z.B. Populationen in Skandinavien, auf den Britischen Inseln, in Frankreich, der Schweiz, in Polen aber auch im Baltikum und in Russland. Es gibt inzwischen in den meisten europäischen Staaten Bestrebungen, diese Populationen zu erhalten, die Dunkle Biene wieder bekannt zu machen und sie auch in der Imkerei zu reetablieren. Einige ihrer über Jahrtausende erworbenen einzigartigen Eigenschaften könnten dazu beitragen, dass genau diese Bienen mit den aktuellen ökologischen Herausforderungen besser zurechtkommen als andere auf Leistung hoch- und ingezüchtete Bienenrassen. Aus diesem Grund halte ich die Apis mellifera mellifera in einer kleiner Popolation an den Ränderen des Pfälzer Waldes. Der Erhalt, und die Wiederansiedlung der Dunklen Honigbiene in Deutschland im mir ein großeses Anliegen.

Der Ansatz der Demeter-Imker unterscheidet sich von den üblichen Betriebsweisen in der Imkerei und allen anderen Arten der Bio-Imkerei grundlegend. Die Bienen vermehren sich ursprünglich nur über den Bienenschwarm. Der Mensch hat sich bemüht durch Züchtungen und Einkreuzungen hier entgegenzuwirken und versucht sich eine Biene zu erschaffen die rein auf Leistung selektiert ist (das beste Beispiel ist das Hybrid Huhn).

 

 

 

Bei der Demeter Bienenhaltung dürfen wir keine künstliche Bienenzucht betreiben und das ist auch gut so. Jedoch kann ich eine natürliche Selektion Betreiben, in dem ich natürlich Vitale und Starke Völker über Schwarmzellen vermehre und den natürlichen Trieb des Bienenvolkes nutze. Da die Natur alles im Überfluss macht werden auch hier von den Bienen nicht nur eine Schwarzelle angelegt, sondern mehrere. Dies entnehme ich dann bis auf eine und gebe diese in kleine Einheiten. An einem ausgesuchten Platz am Waldrand habe ich meine Vatervölker stehen, von denen ich die Genetik übernehmen möchte. Wissenschaftlich ist es erwiesen das die Dunkle Biene einen viel größeren Genpool hat gegenüber anderen Bienenrassen. Wir sprechen hier vom einem vererbbaren Datenspeicher. In diesem Datenspeicher, der schon viele Millionen Jahren Online ist, sind Terabytes an Genetischen Informationen gespeichert wie Tracht, Region, Klima, Vitalität, Fruchtbarkeit, Winterhärte, usw…

 

Nach dem Begattungsflug der jungen Königin muss diese sich dann der Natur beweisen und ein neues Volk bis zum Herbst aufbauen. Stimmt die Genetik so Schaft das Volk den Winter. Stimmt die Genetik nicht so selektiert der Winter.

 

Falls jetzt die Frage nach Reinheit meiner Dunklen Bienen aufkommt so ist das zu 100 % bei der Demeter Bienenhaltung nicht möglich. Was auch nicht sein muss. Wichtig ist ein Vitale und Gesunde Biene, das auch ohne den Bienenhalter überleben kann.

Mit einem Honig-ABO können sie mich bei der Arbeit Dunklen Biene unterstützen.